Grüne Hölle von der DDR in Berlin Mitte nahe dem Alexander Platzes !!!

Stützpunkt der Stasi

In der Innenstadt, nur wenige Meter vom Alexanderplatz entfernt, befindet sich ein neunstöckiges Gebäude mit einer Vergangenheit, die ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte ist. Schmale Zellen, enge Pritschen, dicke Türen mit Riegel und Luke – 214 Plätze gab es im früheren Polizeigefängnis in der Keibelstraße.

Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und fast alles ist noch so erhalten wie früher. Seit einigen Jahren gibt es die Idee, das Gefängnis als Lernort für Schulklassen zu öffnen. Die Senatsbildungsverwaltung, deren Büros sich neben dem Gefängnis befinden, hat vor vier Jahren eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Seitdem wird beraten und geprüft, mehr ist nicht passiert.

Stützpunkt der Stasi

Doch jetzt melden sich ehemalige politische Häftlinge. Sie waren verhaftet und im Polizeigefängnis verhört worden. „Das Gefängnis muss endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, sagt Rainer Dellmuth, Sprecher der Initiativgemeinschaft Ehemaliges Polizeigefängnis. Der 66-Jährige kam 1967 ins Gefängnis, weil er mit 18 Jahren nach West-Berlin flüchten wollte. Sein Vater lebte in Lankwitz. Dellmuth und seine Mitstreiter wollen daran erinnern, dass in der Keibelstraße nicht nur Kriminelle inhaftiert waren, sondern auch politische Gegner und Unangepasste, die als asozial galten, weil sie Punker waren.

Quelle : Berliner Zeitung (http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizeigefaengnis-in-der-keibelstrasse-dunkler-ort-der-ddr-geschichte-198312)


 Alcatraz am Alex 

das alte DDR-Gefängnis in der Keibelstraße

Im Rahmen des diesjährigen Tags des offenen Denkmals öffnete auch das alte Polizeigefängnis in der Polizeidirektion in der Keibelstraße seine Pforten. Tritt man ein, wird man unweigerlich an amerikanische Gefängnisse in alten Spielfilmen erinnert. Links und rechts Zellen mit schweren Türen, einem Guckloch und einer Durchreiche, das ganze setzt sich grau in grau über 6 Etagen nach oben hin fort. Ein Netz auf Höhe der ersten Etage sichert den (un)gewollten Sturz von Gefangenen von den Gängen um den Innenschacht ab. Die Zellen, die im Erdgeschoss und in der 1. Etage besichtigt werden konnten, sind klein – ein schmales Bett, ein Spind – mehr Platz gibt es nicht. In einigen Zellen sieht man noch ausgeschnittene Bilder von leicht bekleideten Frauen an der Wand kleben. In einer anderen hat ein Insasse seine Tage, die er hier zubrachte, gezählt, in der er sie in die Wand einritzte.

Das Gefängnis wurde 1949/51 als Untersuchungshaftanstalt II (UHA II) im Inneren des Ostberliner Polizeipräsidiums an Stelle eines kriegszerstörten Gebäudeteils auch wirklich nach amerikanischem Vorbild errichtet und galt als eines der sichersten und modernsten der DDR. Insgesamt war Platz für 214 Häftlinge in rund 140 Einzel-, Doppel- und Mehrinsassenzellen – die Anzahl war aber meist wesentlich höher, teilweise saßen fast 300 Personen hier ein. Die größeren Zellen, von denen es zwei auf jeder Etage gibt, waren ca. 10 x 5 Meter groß und wurden mit 12 Gefangenen belegt. Die 6. Etage war für weibliche Gefangene reserviert. Die Zellen waren wohl sehr zugig und nur schwer beheizbar. Sich tagsüber auf das Bett zu legen war verboten, genauso wie zu singen, vor allem aus dem Fenster hinaus – der Innenhof hat nämlich eine ziemlich gute Akustik. Auf dem von Mauern umgebenen Flachdach des Gefängnisses durften die Gefangenen ihre „Freistunden“ verbringen und konnten von hier aus den Fernsehturm sehen.

Das Gefängnis in der Keibelstraße war der Deutschen Volkspolizei (VoPo) unterstellt und zu DDR-Zeiten gefürchtet. Wer hierhin „zur Klärung eines Sachverhalts“ aufgrund „politischer Delikte“ oder wegen krimineller Straftaten gebracht wurde, musste mit strengen Verhören rechnen. Es traf also auch viele Menschen, die sich nicht an das SED-Regime anpassen wollten. DDR-Oppositionelle und politisch auffällige Jugendliche, d.h. „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ teilten sich ihre Zellen mit Mördern,  Bankräubern und Vergewaltigern – sie waren in den Augen der SED eben genauso „echte“ Kriminelle. Wie viele letztendlich hier einsaßen lässt sich rückblickend nicht  mehr sagen – es werden wohl Zehntausende gewesen sein. Da es ein Untersuchungsgefängnis war, war die Zeit, die die Häftlinge hier verbrachten, relativ kurz. Mal nur ein paar Stunden oder Tage, mal ein paar Monate, bevor es weiter ging in die „richtigen“ Strafvollzugsanstalten der DDR, z.B. nach Rummelsburg oder Bautzen.

Nach der Auflösung der DDR wurde das Gefängnis noch bis 1996 als „Polizeigewahrsam Mitte“ weiter genutzt, teilweise auch als Abschiebehaftanstalt. In Ausnahmefällen wurden einzelne Zellen auch bis 2006 genutzt, wenn Verhöre direkt im Haus stattfinden sollten. 2006 zur Fußball-WM wurde überlegt, den Zellentrakt zur zeitweisen Unterbringung von randalierenden Hooligans zu nutzen, dieser Plan kam dann aber nicht zum Einsatz. Das Gefängnis diente seit 1996 auch als Kulisse in Filmen wie „Goodbye Lenin“, „Männerpension“ und in einzelnen Folgen der Serien „Polizeiruf 110“, „Tatort“ und „Die Autobahnpolizei“.

Zukünftig soll das Gefängnis als „Lernort“ für die politische Bildung dauerhaft zugänglich gemacht werden, weitere historische Aufarbeitung der Schicksale der damaligen Zeit wird durch die Robert-Havemann-Gesellschaft betrieben.

 

 

Quelle : http://blog.inberlin.de/2013/09/alcatraz-am-alex-das-alte-ddr-gefaengnis-in-der-keibelstrasse/

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